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3 Lehrvideos

Im Rahmen des Projekts "Erprobung und Implementierung von E-Learning-Angeboten zur beruflichen Weiterbildung von Pädagogen*innen, Ausbilder*innen und Auszubildenden" wurden im Jahr 2018 drei Lehrvideos zu folgenden Themen produziert:

Werte & Würde

Feedback geben

Zeitmanagement

Diese Videos sind frei zugänglich und bieten sich dafür an, sie in unterschiedlichen Bildungskontexten anzuwenden. Das Video zum Thema Werte & Würde kann beispielsweise in Unterrichtseinheiten mit Schülern, zur politischen oder ethischen Diskussion verwendet werden. Das Video zum Thema Feedback geben kann auf interner Firmenebene, an alle Mitarbeitenden - als Angebot zur Selbstreflexion - verschickt werden. Das Video zum Thema Zeitmanagement kann Auszubildenden gezeigt werden, um ihnen eine Hilfestellung zum Einstieg in den komplexen Ausbildungsalltag zu bieten. 

 

Lehrvideo Feedback geben

Lehrvideo Feedback

Ein konstruktives Feedback beschreibt eine Situation, anstatt sie zu bewerten und zu interpretieren. Wichtige Bestandteile von Feedback sind, das Schildern des beobachteten Verhaltens, das Beschreiben der Wirkung auf sich selbst und das Beschreiben des gewünschten Verhaltens des/der Feedbackempfängers*in.

Lehrvideo Werte und Würde

Lehrvideo Werte und Würde

Die Menschenwürde ist der höchste Wert unserer Gesellschaft. Bereits im Begriff Würde steckt das Wort Wert. Wenn wir wissen wollen, was Würde ist, müssen wir fragen, warum wir überhaupt wollen, dass Würde ist. Die Antwort lautet: um uns selbst und gegenseitig achten zu können. Menschenwürde zu gewährleisten heißt: Voraussetzungen zu schaffen, unter denen es möglich ist, sich selbst zu achten, und sich selbst achten bedeutet: sein Leben als wertvoll bejahen zu können. Das Gegenteil wäre Selbstgeringschätzung, Kränkung, Demütigung, Beleidigung.

Die Voraussetzungen der Selbstachtung lassen sich gemäß dreier elementarer Beziehungsformen in drei Wertbereiche einteilen:

1) Menschen halten Abstand voneinander:

Sie brauchen Nähe und Distanz gleichermaßen. Erst Abstand ermöglicht, sein Leben nach eigenen Vorstellungen führen zu können. Hier ist der Wert freier Selbstbestimmung, Berufswahl, Partnerwahl, Weltanschauungsfreiheit etc. verortet: liberale Werte. Der Einzelne soll selbst festlegen können, wer er sein möchte. - Grenze: meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Zwangsverheiratung, Religionszwang, Diskriminierungen jeder Art bleiben ausgeschlossen. Missbrauch der Freiheit zur Abschaffung der Freiheit markiert eine Grenze der Toleranz.

2) Menschen lassen einander am eigenen Leben teilhaben:

Menschen möchten dazugehören und nicht ausgeschlossen werden als Fremde, Frauen, Homosexuelle, Andersfarbige, Ausländer, Andersgläubige, Behinderte, Pflegebedürftige, Alte. Stichworte Integration, Inklusion etc. Das Gefühl angekommen und angenommen zu sein, ist ein Grundbedürfnis, dessen Erfüllung man nicht allein hinbekommt. Vieles wird getan, um dazugehören zu können: politische Werte. Hierzu zählen auch ein guter Job, eine schöne Wohnung und natürlich gesellschaftliches Ansehen, gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung. Wert auf Teilhabe am öffentlichen Leben, Recht der Bürger auf Mitgestaltung der Zivilgesellschaft, offene Kommunikation gleichrangiger Gesprächspartner, Wahlrecht für Staatsbürger. - Grenze: Teilhabe muss auf Freiwilligkeit beruhen; man sollte angst- und repressionsfrei anders sein dürfen; Zwangsrekrutierung ist damit nicht vereinbar; Verstöße gegen die Achtung der Anderen als gleichrangigen Mitmenschen; Toleranz schließt aber nicht Toleranz gegen Intoleranz ein: Grenzen des Andersseins liegen in der Opposition gegen die freiheitliche Wertordnung.

3) Menschen kommen sich gegenseitig zur Hilfe:

Werte der aktiven Unterstützung in Notlagen: tätige Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, soziale Sicherung, Mitgefühl, Fürsorge, Sozialstaat: soziale Werte. - Grenze: auf der einen Seite Missbrauch des Sozialsystems durch Schmarotzer, die ihren Beitrag zur Selbstversorgung und zum Gemeinwesen verweigern, auf der anderen Seite taktlose Barmherzigkeit durch Almosen: kränkende Beschämung, sich nicht hinreichend selbst versorgen zu können. Der menschliche Stolz erträgt es nur schwer, Zeugen seiner Erbärmlichkeit zu haben.

Alle drei Wertebereiche schaffen Voraussetzungen, unter denen ein würdiges Leben und das heißt Selbstachtung und gegenseitige Achtung möglich sind. Sie spiegeln wesentliche Grundwerte unserer Gesellschaft wider. Allerdings stehen alle drei Beziehungsformen in gespanntem Verhältnis zueinander, so dass es automatisch zu Kollisionen kommt: Freiheit vs. Sicherheit, Freiheit vs. Gruppenzwänge, Freiheit vs. „Tafel“ oder Mitleid, Kopftuch als Ausdruck von Religionsfreiheit vs. Symbol weiblicher Unterdrückung, Liberalismus gegen Sozialstaat etc. Hieraus ergeben sich als übergeordnete Vermittlungswerte der offenen Gesellschaft: das kompromissbereite Gespräch, die parlamentarische Debatte, eine demokratische Streitkultur, durch welche sich die Spannungen zwischen den Wertsphären ausbalancieren und die Konflikte – wenn schon nicht lösen – so doch schlichten lassen.